Kurz & Knapp: Continuous Brew ist eine Braumethode, bei der das Fermentationsgefäß nie komplett geleert wird. Du entnimmst maximal 70% fertigen Kombucha und füllst mit frischem Tee nach. Das System fermentiert in nur 2-5 Tagen statt 7-14 Tagen und ist durch die konstant saure Umgebung (pH 2,5-3,5) besser vor Kontamination geschützt.
Du liebst Kombucha und möchtest nie wieder ohne Nachschub sein? Dann ist die Continuous Brew Methode genau das Richtige für dich. Diese traditionelle Braumethode ermöglicht es dir, kontinuierlich frischen Kombucha zu ernten – ohne ständiges Neuansetzen, Reinigen und Warten. In diesem umfassenden Guide erfährst du alles, was du über das kontinuierliche Brauen wissen musst.
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🍵 Das Wichtigste auf einen Blick
- Continuous Brew: Fortlaufende Fermentation ohne kompletten Neustart
- Vorteil: Immer frischer Kombucha verfügbar
- Gefäß: Großes Glas (5-10 Liter) mit Zapfhahn
- Starteranteil: 30% Flüssigkeit im Gefäß belassen
Was ist Continuous Brew Kombucha?
Bei der Continuous Brew Methode (auch Dauerbrüher oder kontinuierliches Brauen genannt) wird das Fermentationsgefäß nie vollständig geleert. Stattdessen erntest du regelmäßig einen Teil des fertigen Kombuchas und füllst mit frischem, gesüßtem Tee nach.
„Die Continuous Brew Methode ist der traditionellen asiatischen Herstellungsweise am nächsten. Der kontinuierliche Prozess sorgt für ein komplexeres Geschmacksprofil und eine reichere Mischung organischer Säuren."
— Aus der HeldenPilz Werkstatt
Das Prinzip ist einfach: Der SCOBY und die Starterflüssigkeit bleiben dauerhaft im Gefäß. Durch den ständigen Vorrat an aktiver Starterflüssigkeit fermentiert neuer Tee schneller und gleichmäßiger. Die Methode ähnelt der traditionellen Art, wie Kombucha seit Jahrhunderten in Asien hergestellt wird.
💡 Wusstest du? Die Continuous Brew Methode ist die bevorzugte Methode für die meisten erfahrenen Heimbrauer, da sie weniger Arbeit erfordert und konsistentere Ergebnisse liefert.
Batch Brew vs. Continuous Brew: Der Vergleich
Bevor du dich für eine Methode entscheidest, ist es hilfreich, die Unterschiede zu verstehen. Beide Methoden haben ihre Berechtigung – je nach deinen Bedürfnissen.
Batch Brew (Einzelchargen)
So funktioniert's: Du setzt eine Charge an, wartest 7-14 Tage, erntest alles ab und startest komplett neu.
Geeignet für: Anfänger, kleine Mengen, Experimentierfreude mit verschiedenen Teesorten
Continuous Brew (Dauerbrüher)
So funktioniert's: Du entnimmst regelmäßig 70% und füllst mit frischem Tee nach. Das Gefäß wird nie komplett geleert.
Geeignet für: Regelmäßige Trinker, größere Haushalte, weniger Aufwand gewünscht
Direkter Vergleich
- Mehr Reinigungsaufwand
- 7-14 Tage pro Charge
- 10% Starterflüssigkeit
- Mehr SCOBY-Handling
- Flexibel bei Teesorten
- Weniger Reinigung
- Alle 2-5 Tage ernten
- 30% Starterflüssigkeit
- SCOBY bleibt im Gefäß
- Konstanterer Geschmack
Die Vorteile der Continuous Brew Methode
Warum schwören so viele erfahrene Brauer auf die Continuous Brew Methode? Hier sind die wichtigsten Vorteile:
Da der SCOBY weniger oft angefasst wird und die etablierte saure Umgebung (pH 2,5-3,5) erhalten bleibt, haben Schimmel und Fremdorganismen kaum eine Chance. Studien zeigen, dass die konstant saure Umgebung pathogene Keime effektiv fernhält.
Im Continuous Brew Gefäß mischen sich ältere und jüngere Flüssigkeiten. Bestimmte organische Säuren wie Gluconsäure brauchen 14-21 Tage zur Entwicklung – diese sind im Dauerbrüher automatisch enthalten.
Kein ständiges Reinigen der Gefäße, kein Umsetzen des SCOBYs, kein Warten auf die erste Fermentation. Einfach zapfen, nachfüllen, fertig.
Durch den höheren Anteil an Starterflüssigkeit (30% statt 10%) und die aktive Bakterien-/Hefen-Population fermentiert neuer Tee deutlich schneller – oft in nur 2-4 Tagen.
Du hast immer frischen Kombucha auf Abruf – kein Warten auf die nächste fertige Charge.
„Bei Continuous Brew hast du immer eine Mischung aus jungen und gereiften organischen Säuren. Das macht den Geschmack komplexer und das Getränk potenziell reichhaltiger an verschiedenen Stoffwechselprodukten."
— Aus der HeldenPilz Werkstatt
Was du für Continuous Brew brauchst
Die Einrichtung eines Continuous Brew Systems ist unkompliziert. Hier ist deine Einkaufsliste:
Das richtige Gefäß
- Größe: 5-10 Liter (mindestens 8 Liter empfohlen)
- Material: Glas oder lebensmittelechte Keramik
- Zapfhahn: Edelstahl, Holz oder hochwertiger Kunststoff (kein billiges Plastik!)
- Öffnung: Weit genug für SCOBY-Pflege
⚠️ Wichtig: Vermeide Gefäße mit Metallzapfhähnen aus unbekannten Legierungen. Die Säure des Kombuchas kann schädliche Stoffe herauslösen. Edelstahl 304 oder 316 ist sicher.
Weitere Materialien
- SCOBY + Starterflüssigkeit: Mindestens 500ml Starterflüssigkeit
- Tee: Schwarzer oder grüner Tee (lose oder Beutel)
- Zucker: Normaler weißer Zucker funktioniert am besten
- Abdeckung: Atmungsaktives Tuch + Gummiband
- Flaschen: Für die Zweitfermentation (optional)
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→ Zum ShopSchritt-für-Schritt: Continuous Brew einrichten
So richtest du dein Continuous Brew System von Grund auf ein:
Schritt 1: Gefäß vorbereiten
Reinige dein Gefäß gründlich mit heißem Wasser. Kein Spülmittel verwenden – Rückstände können dem SCOBY schaden. Spüle mehrfach aus und lass es trocknen. Überprüfe den Zapfhahn auf Dichtigkeit.
Schritt 2: Ersten Batch ansetzen
Für ein 8-Liter-Gefäß:
- 6 Liter Wasser aufkochen
- 8-10 Teebeutel (oder 15g loser Tee) ziehen lassen (10-15 Min)
- 400g Zucker einrühren, bis aufgelöst
- Auf Raumtemperatur abkühlen lassen (wichtig!)
- In das Gefäß gießen
- SCOBY + Starterflüssigkeit (500ml-1L) hinzufügen
- Mit Tuch abdecken und mit Gummiband fixieren
Schritt 3: Erste Fermentation abwarten
Die erste Charge braucht 7-14 Tage, bis sie fertig ist – genau wie beim Batch Brew. Ab jetzt wird es aber einfacher! Stelle das Gefäß an einen warmen Ort (20-28°C), geschützt vor direktem Sonnenlicht.
Ideale Temperatur: 24-28°C. Bei kühleren Temperaturen dauert die Fermentation länger. Eine Heizmatte kann im Winter helfen.
So erntest und füllst du nach
Wenn dein erster Batch fertig ist, beginnt der kontinuierliche Zyklus. Das ist der schöne Teil!
Die 70/30 Regel
Die goldene Regel beim Continuous Brew: Entnimm maximal 70% der Flüssigkeit und behalte mindestens 30% als Starter im Gefäß. Das stellt sicher, dass:
- Der pH-Wert niedrig genug bleibt (Schutz vor Kontamination)
- Genug aktive Kulturen vorhanden sind
- Die nächste Charge schnell fermentiert
Ernten
- Öffne den Zapfhahn und lass den fertigen Kombucha in Flaschen oder ein Gefäß laufen
- Probiere unterwegs – wenn es dir schmeckt, ist er fertig
- Stoppe bei etwa 70% Entnahme
Nachfüllen
- Bereite frischen, gesüßten Tee vor (gleiche Stärke wie beim ersten Batch)
- Lass ihn auf Raumtemperatur abkühlen
- Gieße ihn vorsichtig in das Gefäß (nicht direkt auf den SCOBY)
- Decke wieder ab
⏰ Fermentationszeit nach Nachfüllen: Nur noch 2-5 Tage statt 7-14 Tage! Durch die aktive Starterflüssigkeit geht alles viel schneller.
Pflege deines Continuous Brew Systems
Ein gut gepflegtes System kann Jahre lang laufen. Hier sind die wichtigsten Pflegetipps:
Regelmäßige Pflege
- Alle 2-5 Tage: Ernten und nachfüllen
- Wöchentlich: SCOBY-Schichten prüfen (werden zu dick? Alte entfernen)
- Monatlich: Zapfhahn auf Verstopfung durch Hefeablagerungen prüfen
Große Reinigung (alle 3-6 Monate)
Auch ein Continuous Brew System braucht gelegentlich eine Grundreinigung:
- SCOBY + 30% Flüssigkeit in sauberes Gefäß umfüllen
- Alte Hefeablagerungen am Boden entfernen
- Gefäß mit heißem Wasser und Essig reinigen
- Gründlich spülen
- SCOBY und Flüssigkeit zurückgeben
- Mit frischem Tee auffüllen
SCOBY-Management
Im Continuous Brew System bildet sich mit der Zeit ein SCOBY-„Hotel" – mehrere Schichten übereinander. Das ist normal! Wenn es zu viel wird:
- Entferne die ältesten Schichten (ganz unten)
- Behalte 2-3 gesunde Schichten
- Überschüssige SCOBYs: Verschenken, kompostieren oder im SCOBY Hotel lagern
Häufige Fragen zum Continuous Brew
Kann ich verschiedene Teesorten mischen?
Ja, das ist einer der Vorteile! Du kannst beim Nachfüllen experimentieren. Da immer 30% der alten Flüssigkeit bleiben, verändert sich der Geschmack graduell – keine abrupten Wechsel.
Wie lange kann ich mit Continuous Brew pausieren?
Bis zu 4-6 Wochen bei Raumtemperatur (wird sehr sauer) oder 2-3 Monate im Kühlschrank. Vor dem Neustart: Saure Flüssigkeit teilweise ersetzen und erste Charge probieren.
Mein Kombucha ist zu sauer – was tun?
Öfter ernten! Bei Continuous Brew fermentiert der Tee schneller als gedacht. Taste dich ran – vielleicht reichen schon 2-3 Tage statt 5.
Kann ich direkt mit Continuous Brew starten?
Ja, du brauchst nur einen aktiven SCOBY und genug Starterflüssigkeit (mindestens 500ml). Du musst nicht erst „normal" brauen.
Troubleshooting: Häufige Probleme
Ursache: Hefeablagerungen. Lösung: Zapfhahn abschrauben, reinigen, wieder einsetzen. Regelmäßig prüfen.
Ursache: Zu warm oder zu viel Starter. Lösung: Kühler lagern oder öfter/mehr ernten.
Ursache: Normal! Neuer Tee ist dichter. Lösung: Kein Problem – es bildet sich eine neue Schicht an der Oberfläche.
Ursache: Tuch zu durchlässig. Lösung: Engmaschigeres Tuch verwenden, Gummiband straff ziehen, Gefäß abdecken.
Fazit: Lohnt sich Continuous Brew?
Wenn du regelmäßig Kombucha trinkst und weniger Aufwand haben möchtest – absolut ja! Die Continuous Brew Methode ist:
- ✅ Zeitsparender als Batch Brewing
- ✅ Sicherer durch konstant saure Umgebung
- ✅ Praktischer durch ständige Verfügbarkeit
- ✅ Nachhaltiger (weniger Reinigung, weniger Ressourcen)
Der einzige „Nachteil": Du brauchst ein größeres Gefäß mit Zapfhahn. Aber diese Investition lohnt sich für jeden, der Kombucha zum festen Bestandteil seiner Ernährung machen möchte.
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Quellen: Kombucha Kamp, You Brew Kombucha, Fermentaholics


