Miso selber machen ist ein faszinierendes Fermentationsprojekt, das dich mit einer der vielseitigsten Würzpasten der Welt belohnt. Diese japanische Tradition reicht über 1.300 Jahre zurück und verwandelt einfache Zutaten – Sojabohnen, Koji und Salz – in eine Umami-Bombe, die jedes Gericht auf ein neues Level hebt.

Kurz & Knapp: Miso ist eine fermentierte japanische Würzpaste aus Sojabohnen, Koji-Reis und Salz. Die Fermentationsdauer variiert zwischen 3 Wochen (helles Shiro Miso) und 3 Jahren (dunkles Hatcho Miso). Für 1,5 kg Miso benötigst du 500g Sojabohnen, 500g Koji-Reis und 200g Salz – die Enzyme des Koji (Aspergillus oryzae) wandeln Proteine in Glutaminsäure um, die für den charakteristischen Umami-Geschmack verantwortlich ist.

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Probiere alle 4 Miso-Sorten: Shiro (mild), Shinshu (ausgewogen), Aka (kräftig) und Awase (gemischt). Aus eigener Manufaktur, unpasteurisiert mit lebenden Kulturen.

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Selbstgemachte Miso-Paste im traditionellen Keramiktopf – bernsteinfarbene Fermentation
🍜 Das Wichtigste in Kürze: Miso entsteht durch die Fermentation von Sojabohnen mit Koji (einem mit Aspergillus oryzae beimpften Getreide) und Salz. Je nach Sorte dauert die Fermentation zwischen 3 Wochen (Shiro Miso) und 3 Jahren (Hatcho Miso). Die Enzyme des Koji zerlegen Proteine in Aminosäuren – vor allem Glutaminsäure, die für den charakteristischen Umami-Geschmack verantwortlich ist.

Was ist Miso und warum selbst machen?

Miso (味噌) ist eine fermentierte Würzpaste, die in der japanischen Küche unverzichtbar ist. Von der morgendlichen Miso-Suppe bis zur Marinade für gegrillten Fisch – Miso verleiht Gerichten eine tiefe, komplexe Würze, die mit nichts anderem vergleichbar ist.

Der Geschmack von Miso ist schwer zu beschreiben: salzig, süßlich, erdig, nussig und umami – alles gleichzeitig. Diese Komplexität entsteht durch die langsame enzymatische Umwandlung von Proteinen und Kohlenhydraten während der Fermentation.

Warum selbstgemachtes Miso besser ist

🏠 Selbstgemachtes Miso

  • Lebendige Kulturen (unpasteurisiert)
  • Volle Enzymaktivität erhalten
  • Keine Zusatzstoffe oder Konservierungsmittel
  • Geschmack nach deinen Vorlieben
  • Fermentationszeit selbst bestimmen

🏪 Supermarkt-Miso

  • Oft pasteurisiert (Kulturen abgetötet)
  • Teilweise mit Alkohol konserviert
  • Manchmal MSG zugesetzt
  • Standardisierter Geschmack
  • Kürzere Fermentationszeit
🔬 Wissenschaftlich bestätigt: Miso für die Darmgesundheit

Eine umfassende Review im Food Science & Nutrition (Allwood et al., 2022) fasst die Forschung zu Miso zusammen: Die Fermentation erhöht den Gehalt an bioaktiven Peptiden, Isoflavonen und Probiotika. Unpasteurisiertes Miso enthält lebende Kulturen – darunter die probiotische Hefe Zygosaccharomyces, die in Studien positive Effekte auf die Darmflora gezeigt hat.

Die verschiedenen Miso-Sorten

Miso ist nicht gleich Miso. Je nach Zutaten, Verhältnissen und Fermentationszeit entstehen völlig unterschiedliche Produkte. Hier sind die wichtigsten Sorten:

Shiro Miso

Weiß/hellgelb
Mild, süßlich
3-8 Wochen

Shinshu Miso

Goldgelb
Ausgewogen
3-6 Monate

Aka Miso

Rotbraun
Kräftig, herzhaft
1-3 Jahre

Hatcho Miso

Dunkelbraun
Intensiv, erdig
2-3 Jahre

Was bestimmt die Miso-Sorte?

  • Koji-Anteil: Mehr Koji = süßer und heller (Shiro Miso hat bis zu 2x so viel Koji wie Sojabohnen)
  • Salzgehalt: Weniger Salz (5-7%) = schnellere Fermentation, milderer Geschmack. Mehr Salz (10-13%) = langsamere Fermentation, kräftigerer Geschmack
  • Fermentationszeit: Kurz (Wochen) = hell und mild. Lang (Jahre) = dunkel und komplex
  • Koji-Basis: Reis-Koji (Kome-Miso), Gersten-Koji (Mugi-Miso) oder Soja-Koji (Mame-Miso)

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Wähle deine Lieblings-Miso-Sorte: Shiro (mild & süß), Shinshu (ausgewogen), Aka (kräftig & herzhaft) oder Awase (harmonische Mischung). Jedes Glas aus traditioneller Fermentation.

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Was du brauchst: Zutaten und Ausrüstung

Miso herzustellen ist überraschend einfach – die größte Herausforderung ist die Geduld während der Fermentation. Hier ist alles, was du brauchst:

Zutaten für ca. 1,5 kg Miso

  • 500g getrocknete Sojabohnen – Bio-Qualität empfohlen, da die Bohnen komplett fermentiert werden
  • 500g Koji-Reis – Frischer Koji ist ideal, da die Enzyme am aktivsten sind (Koji selbst herstellen oder fertig kaufen)
  • 200g Salz – Meersalz oder Steinsalz ohne Zusätze (ca. 13% des Gesamtgewichts für Langzeit-Miso)
  • Optional: 2 EL fertiges Miso – Als "Tane-Miso" (Starter) für schnelleren Fermentationsstart

🍚 Frischer Koji-Reis für dein Miso

Der Schlüssel zu gutem Miso: Unser Koji-Reis wird frisch hergestellt, wenn die Enzyme am aktivsten sind. Mit ausführlicher Anleitung für dein erstes Miso-Projekt.

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💡 Verhältnisse anpassen: Für Shiro Miso (mild): Erhöhe den Koji auf 700g und reduziere das Salz auf 100g (7%). Für Aka Miso (kräftig): Bleibe bei 500g Koji und 200g Salz, aber plane 12+ Monate Fermentation ein.

Ausrüstung

  • Großer Topf – zum Kochen der Sojabohnen (mind. 5 Liter)
  • Kartoffelstampfer oder Fleischwolf – zum Zerkleinern der Bohnen
  • Fermentationsgefäß – Steinguttopf, Glasgefäß oder lebensmittelechter Kunststoffeimer
  • Gewicht – zum Beschweren der Oberfläche (Stein, wassergefüllte Plastiktüte)
  • Frischhaltefolie – für direkten Kontakt zur Oberfläche
  • Küchenwaage – Genauigkeit ist wichtig für konsistente Ergebnisse

Miso selber machen: Schritt-für-Schritt Anleitung

Diese Anleitung führt dich durch die Herstellung eines klassischen Shinshu-style Miso – ausgewogen im Geschmack und nach 6-12 Monaten fertig. Du kannst die Verhältnisse später anpassen, um hellere oder dunklere Sorten zu machen.

1 Sojabohnen einweichen (12-24 Stunden vorher)

Wasche die Sojabohnen gründlich und weiche sie in der dreifachen Menge Wasser ein. Die Bohnen werden sich mehr als verdoppeln – also ein großes Gefäß verwenden!

Einweichzeit: Mindestens 12 Stunden, besser 18-24 Stunden. Im Sommer kürzer (Wasser kann gären), im Winter länger.

Fertig wenn: Die Bohnen haben sich verdoppelt und sind gleichmäßig durchgeweicht. Schneide eine Bohne durch – kein harter Kern sollte sichtbar sein.

2 Sojabohnen kochen (3-4 Stunden)

Gieße das Einweichwasser ab und koche die Bohnen in frischem Wasser. Die Bohnen müssen sehr weich werden – weicher als für jedes andere Rezept.

Der Test: Nimm eine Bohne zwischen Daumen und kleinen Finger. Sie sollte sich mit minimalem Druck zerdrücken lassen. Zu fest = schlechte Fermentation.

Zeit: 3-4 Stunden bei normalem Kochen. Im Schnellkochtopf nur 45-60 Minuten.

Wichtig: Kochwasser auffangen! Du brauchst davon später etwa 100-200ml.

3 Bohnen zerkleinern

Während die Bohnen noch warm sind, zerdrücke sie zu einer groben Paste. Es müssen nicht alle Bohnen komplett zerkleinert sein – etwas Textur ist sogar erwünscht.

Methoden:

  • Kartoffelstampfer: Traditionell, gibt rustikale Textur
  • Fleischwolf: Gleichmäßigere Paste
  • Standmixer: Sehr glatt – füge etwas Kochwasser hinzu

Lass die zerdrückten Bohnen auf etwa 35-40°C abkühlen, bevor du weitermachst.

4 Koji und Salz vorbereiten

Während die Bohnen abkühlen, vermische den Koji-Reis mit dem Salz in einer großen Schüssel. Reibe die Mischung zwischen den Händen, um alle Koji-Körner gleichmäßig zu beschichten.

Warum? Das Salz hemmt unerwünschte Bakterien und ermöglicht eine kontrollierte Fermentation durch die Koji-Enzyme.

5 Alles vermischen

Jetzt kommt der wichtigste Schritt: Vermische die abgekühlten Sojabohnen gründlich mit der Koji-Salz-Mischung.

Die Konsistenz sollte wie feuchter Ton sein – formbar, aber nicht matschig. Falls zu trocken, füge etwas Kochwasser hinzu (maximal 100-200ml). Falls zu nass, ist die Fermentation anfälliger für Schimmel.

Optional: Füge 2 EL fertiges Miso als Starter hinzu ("Tane-Miso"). Das beschleunigt die Fermentation und bringt bewährte Kulturen ein.

6 Ins Gefäß füllen

Forme die Miso-Masse zu faustgroßen Bällen und wirf sie mit etwas Schwung ins Fermentationsgefäß. Das "Werfen" presst Luft heraus und verhindert Lufteinschlüsse.

Drücke jede Schicht fest an. Am Ende die Oberfläche mit den Händen glätten. Keine Luftblasen!

Bestreue die Oberfläche mit einer dünnen Schicht Salz (ca. 1 EL) und drücke Frischhaltefolie direkt auf die Miso-Oberfläche. Die Folie sollte jeden Quadratzentimeter berühren – Luft ist der Feind.

7 Beschweren und lagern

Lege ein Gewicht auf die Folie – etwa 20-30% des Miso-Gewichts. Ein sauberer Stein, ein mit Wasser gefüllter Beutel oder ein Teller mit Gewichten funktionieren.

Lagerort: Kühl (15-20°C), dunkel, mit gleichmäßiger Temperatur. Ein unbeheizter Keller, eine Speisekammer oder ein kühler Schrank sind ideal. Nicht im Kühlschrank – zu kalt für die Fermentation!

8 Warten und pflegen (3-12+ Monate)

Jetzt beginnt das geduldige Warten. In den ersten Wochen kontrolliere alle 1-2 Wochen auf Schimmel. Später reicht einmal im Monat.

Normal: Dunkle Flüssigkeit (Tamari) sammelt sich oben – das ist flüssige Sojasauce! Entweder absaugen und separat aufbewahren oder untermischen.

Achtung: Weißer, fluffiger Schimmel auf der Oberfläche ist oft Koji, der nachwächst – harmlos, einfach unterheben. Grüner, schwarzer oder farbiger Schimmel sollte entfernt werden.

🔬 Was während der Fermentation passiert

Die Enzyme des Koji – vor allem Proteasen – zerlegen die Sojaproteine in freie Aminosäuren, darunter Glutaminsäure (Umami!). Gleichzeitig wandeln Amylasen die Reiskohlenhydrate in Zucker um, der von Milchsäurebakterien und Hefen zu Säuren und Aromen fermentiert wird. Dieser komplexe Prozess dauert Monate und lässt sich nicht beschleunigen – die Zeit ist die wichtigste Zutat.

Wann ist das Miso fertig?

Die Fermentationszeit variiert stark je nach Sorte und persönlichem Geschmack:

⏱️ Schnelles Miso (3-8 Wochen)

Shiro Miso: Hell, süßlich, mild. Hoher Koji-Anteil, niedriger Salzgehalt. Ideal für Dressings und leichte Suppen.

Fertig wenn: Die Masse hat sich leicht verdunkelt und riecht süßlich-fermentiert.

📅 Mittleres Miso (6-12 Monate)

Shinshu/Awase: Goldgelb bis hellbraun, ausgewogen. Die vielseitigste Sorte für alle Anwendungen.

Fertig wenn: Deutliche Umami-Entwicklung, angenehm salziger Geschmack mit süßen Noten.

🗓️ Langes Miso (1-3 Jahre)

Aka/Hatcho Miso: Dunkelbraun bis fast schwarz, intensiv, komplex. Für herzhafte Eintöpfe und Marinaden.

Fertig wenn: Tiefer, erdiger Geschmack mit süßen Untertönen. Farbe dunkelbraun.

💡 Probier-Tipp

Beginne nach 3 Monaten regelmäßig zu probieren. Du kannst Miso in verschiedenen Reifestufen abfüllen und vergleichen!

Es gibt kein "richtig" – nur deinen persönlichen Geschmack.

Miso richtig lagern

Ist dein Miso fertig, hast du mehrere Optionen:

  • Im Fermentationsgefäß belassen: Miso fermentiert weiter, wird langsam dunkler und intensiver. Bei kühler Lagerung (Keller) über Jahre haltbar.
  • In kleinere Gläser abfüllen: Im Kühlschrank stoppt die Fermentation weitgehend. Haltbarkeit: praktisch unbegrenzt (Salz konserviert).
  • Einfrieren: Miso gefriert nicht vollständig (Salzgehalt). Du kannst es direkt aus dem Gefrierfach verwenden.
💡 Niemals erhitzen beim Lagern! Pasteurisierung tötet die lebenden Kulturen ab. Unpasteurisiertes Miso behält seine probiotischen Eigenschaften – und die Enzyme arbeiten weiter, wenn du es in warme (nicht kochende!) Suppen gibst.

Miso verwenden: Mehr als nur Suppe

Traditionelle Miso-Suppe in Keramikschale mit Tofu, Wakame und Frühlingszwiebeln

Miso-Suppe ist nur der Anfang. Hier sind Ideen, wie du dein selbstgemachtes Miso einsetzen kannst:

Klassiker

  • Miso-Suppe: 1 EL Miso pro Tasse in warme (nicht kochende!) Dashi-Brühe einrühren
  • Miso-Ramen: Als Würzbasis für die Brühe
  • Dengaku: Auberginen oder Tofu mit süßer Miso-Glasur gegrillt

Moderne Anwendungen

  • Miso-Butter: Weiche Butter mit Miso vermengen – auf Steak oder gegrilltem Gemüse
  • Salatdressing: Miso + Reisessig + Sesamöl + Honig = Umami-Bombe
  • Marinaden: Fleisch oder Fisch in Miso marinieren macht unglaublich zart (die Enzyme arbeiten!)
  • Miso-Karamell: Ja, wirklich! Salzig-süß mit Tiefe

Kombiniere Miso mit Shio Koji für noch mehr Umami-Power in deinen Marinaden!

Häufige Fragen zu Miso (FAQ)

Schimmel auf der Oberfläche – was tun?

Weißer, fluffiger Schimmel: Oft ist das nachwachsender Koji – harmlos. Einfach unterheben und weitermachen.
Grüner, schwarzer oder farbiger Schimmel: Mit einem sauberen Löffel großzügig entfernen (1-2 cm tiefer als der Schimmel reicht). Die Oberfläche mit Salz bestreuen und frische Folie aufbringen.
Prävention: Mehr Salz auf der Oberfläche, besserer Folienkontakt, höheres Gewicht.

Mein Miso riecht nach Alkohol – ist das normal?

Das ist normal! Hefen produzieren während der Fermentation Alkohol. Dieser verflüchtigt sich beim Kochen und trägt zur Aromaentwicklung bei. Wenn der Alkoholgeruch sehr stark ist, war möglicherweise zu wenig Salz im Ansatz oder die Temperatur zu hoch. Das Miso ist trotzdem sicher und verwendbar.

Das Miso ist viel zu salzig – was kann ich tun?

Junges Miso schmeckt oft sehr salzig, weil die Fermentation noch nicht genug süße und umami-Noten entwickelt hat. Lösung: Länger fermentieren lassen. Nach 6-12 Monaten wird der Salzgeschmack durch die anderen Aromen ausbalanciert. Oder verwende das Miso in kleineren Mengen – ein Teelöffel kann einem ganzen Gericht Tiefe geben.

Kann ich andere Bohnen als Sojabohnen verwenden?

Absolut! Traditionell werden fast nur Sojabohnen verwendet, aber du kannst experimentieren: Kichererbsen ergeben einen milden, nussigen Geschmack. Schwarze Bohnen werden erdiger und intensiver. Linsen fermentieren schneller. Adzukibohnen werden leicht süßlich. Die Technik bleibt gleich – nur die Kochzeit variiert je nach Bohnensorte.

Wie lange ist selbstgemachtes Miso haltbar?

Miso ist praktisch unbegrenzt haltbar! Der hohe Salzgehalt (10-13%) konserviert das Miso auf natürliche Weise. Im Kühlschrank hält sich Miso Jahre, bei Raumtemperatur fermentiert es langsam weiter und wird dunkler und intensiver. In Japan gibt es Familien-Miso, das über Generationen weitergegeben wird.

Die Wissenschaft hinter Miso

Für alle, die es genauer wissen wollen: Was passiert eigentlich während der monatelangen Fermentation?

Phase 1: Enzymatischer Abbau (Woche 1-4)

Die Enzyme des Koji (Proteasen, Amylasen, Lipasen) zerlegen die komplexen Moleküle der Sojabohnen. Proteine werden zu Peptiden und freien Aminosäuren, Stärke zu Zucker. Diese Phase ist am aktivsten in den ersten Wochen.

Phase 2: Mikrobielle Fermentation (Monat 1-6)

Milchsäurebakterien und Hefen übernehmen. Sie fermentieren die freigesetzten Zucker zu Milchsäure, Essigsäure und Alkohol. Der pH-Wert sinkt, das Miso wird sauer und entwickelt komplexe Aromen.

Phase 3: Maillard-Reaktion (Monat 6+)

Bei längerer Fermentation reagieren Aminosäuren mit Zuckern (Maillard-Reaktion). Das Miso wird dunkler und entwickelt die tiefen, karamellartigen Noten von Aka Miso.

🔬 Miso und das Immunsystem

Eine Studie in Frontiers in Nutrition (2022) untersuchte die Wirkung von Miso auf das Immunsystem. Ergebnis: Der Konsum von Miso erhöhte die Anzahl bestimmter Immunzellen (CD69+ B-Zellen, regulatorische T-Zellen) und von Antikörpern, die Autoimmunerkrankungen vorbeugen können. Die Forscher vermuten, dass die bioaktiven Peptide und Isoflavone aus der Fermentation verantwortlich sind.

Miso im Kontext: Weitere Fermentationsprojekte

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Fazit: Miso selber machen ist ein Abenteuer

Miso selbst herzustellen verbindet dich mit einer jahrtausendealten Tradition und belohnt dich mit einer Würzpaste, die kein Supermarkt-Produkt erreichen kann. Der Prozess erfordert Geduld – aber der Aufwand beschränkt sich auf einen Nachmittag Arbeit und gelegentliches Nachschauen.

Die Wissenschaft bestätigt, was japanische Köche seit Generationen wissen: Miso ist nicht nur köstlich, sondern kann auch die Darmgesundheit und das Immunsystem unterstützen. Mit lebenden Kulturen und bioaktiven Verbindungen ist selbstgemachtes, unpasteurisiertes Miso ein echtes Superfood.

Starte am besten jetzt im Herbst oder Winter – dann reift dein Miso perfekt durch die Jahreszeiten und ist nächstes Jahr bereit für deine Küche.

🍜 Fertiges Miso zum Probieren?

Unser BIO Miso wird traditionell fermentiert und unpasteurisiert abgefüllt. Vier Sorten von mild bis kräftig – alle aus eigener Manufaktur mit lebenden Kulturen.


Quellen und weiterführende Literatur

  • Allwood, J.G. et al. (2022): "Miso: A traditional nutritious & health-endorsing fermented product" – PMC
  • Hagi, T. et al. (2024): "Probiotic Yeast from Miso Ameliorates Stress-Induced Visceral Hypersensitivity" – PMC
  • Kuligowski, M. et al. (2022): "Ingestion of miso regulates immunological robustness in mice" – PMC
  • Dimidi, E. et al. (2019): "Fermented Foods: Impact on the Gut Microbiota" – PMC