Frisch fermentierter Kombucha in Glasgefäß mit SCOBY, bernsteinfarbene Flüssigkeit

Kurz & Knapp: Kombucha selber machen gelingt in 7-14 Tagen mit einem SCOBY, gesüßtem Schwarztee und der richtigen Temperatur (20-28°C). Der fermentierte Tee enthält probiotische Bakterien, organische Säuren und Antioxidantien. Ein SCOBY reicht für unbegrenzt viele Ansätze.

Kombucha selber machen ist einfacher als du denkst – und das Ergebnis schmeckt besser als jedes gekaufte Produkt. In dieser ultimativen Anleitung zeige ich dir Schritt für Schritt, wie du deinen eigenen prickelnden Fermentationstee braust.

Bei HeldenPilz haben wir über 500 Kombucha-Chargen fermentiert und dabei gelernt, worauf es wirklich ankommt. Diese Erfahrung teilen wir jetzt mit dir – von der ersten Fermentation bis zum perfekt prickelnden Getränk.

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Was ist Kombucha? Die Wissenschaft dahinter

Kombucha ist ein fermentiertes Teegetränk, das durch die symbiotische Zusammenarbeit von Bakterien und Hefen entsteht. Der Ursprung wird im antiken China vermutet, wo das Getränk bereits vor über 2.000 Jahren als "Tee der Unsterblichkeit" bekannt war. Heute erlebt Kombucha weltweit ein Revival – und das zu Recht.

Während der Fermentation wandeln Mikroorganismen den Zucker im Tee in organische Säuren, Vitamine und probiotische Verbindungen um. Laut einer wissenschaftlichen Übersichtsarbeit von 2023 enthält Kombucha bioaktive Verbindungen wie organische Säuren, Aminosäuren, Vitamine, Probiotika, Polyphenole und Antioxidantien.

🔬 Was sagt die Wissenschaft?

Eine metagenomische Studie identifizierte über 200 mikrobielle Spezies in Kombucha. Die dominanten Gattungen wie Acetobacter und Komagataeibacter produzieren organische Säuren, die für die Darmgesundheit von Bedeutung sein können. Der Phenolgehalt von Kombucha wurde mit 290 mg/100 mL gemessen – das ist 2,5-fach höher als bei unfermentiertem grünem Tee.

Der Geschmack von selbstgemachtem Kombucha ist einzigartig: leicht säuerlich, erfrischend und – je nach Fermentationsdauer – mehr oder weniger süß. Durch die natürliche Kohlensäure, die während der Zweitfermentation entsteht, erhältst du ein prickelndes Getränk, das industrielle Produkte in den Schatten stellt.

Der SCOBY: Dein lebender Fermentationshelfer

SCOBY Makro-Aufnahme, gallertartige weiße Bakterienzellulose-Struktur

SCOBY steht für Symbiotic Culture Of Bacteria and Yeast – eine symbiotische Kultur aus Bakterien und Hefen. Diese gallertartige Scheibe, auch "Teepilz" genannt, ist das Herzstück jeder Kombucha-Fermentation.

Ein SCOBY besteht hauptsächlich aus Zellulose, die von den Acetobacter-Bakterien produziert wird. Laut Wikipedia enthält ein typischer SCOBY:

  • Acetobacter xylinum – produziert die Zellulose-Matrix
  • Gluconobacter oxydans – wandelt Glucose in Gluconsäure um
  • Saccharomyces cerevisiae – Hefe, die Zucker in Alkohol umwandelt
  • Zygosaccharomyces bailii – säuretolerante Hefe

„Ein gesunder SCOBY kann Generationen überdauern. Wir haben SCOBYs, die seit über 5 Jahren aktiv sind und immer noch perfekten Kombucha produzieren. Das Geheimnis? Regelmäßige Fermentation und die richtige Pflege."

— Aus der HeldenPilz Werkstatt

Bei jeder Fermentation bildet sich eine neue SCOBY-Schicht auf der Oberfläche. Das bedeutet: Ein einziger SCOBY reicht für unbegrenzt viele Ansätze – und du kannst die überschüssigen Kulturen an Freunde weitergeben.

Was du für Kombucha brauchst

Zutaten für 2 Liter Kombucha

  • 1 SCOBY mit mindestens 100ml Starterflüssigkeit
  • 2 Liter Wasser (gefiltert oder abgekocht)
  • 8-10g Schwarztee (ca. 4-5 Teebeutel oder 2 EL loser Tee)
  • 150-200g Zucker (Haushaltszucker/Rohrzucker)

Equipment

  • Großes Glas oder Gefäß (mind. 2,5 Liter) – kein Metall!
  • Atmungsaktive Abdeckung (Geschirrtuch, Kaffeefilter, Mull)
  • Gummiband zum Fixieren
  • Holz- oder Kunststofflöffel
  • Bügelflaschen für die Zweitfermentation (optional)

🍵 Welcher Tee eignet sich am besten?

✅ Optimal:

Schwarztee, Grüntee, Oolong – liefern ideale Nährstoffe für den SCOBY

⚠️ Möglich mit Einschränkungen:

Weißer Tee (weniger Nährstoffe), Früchtetee (nur als Zusatz)

❌ Nicht geeignet:

Aromatisierte Tees mit Ölen, Earl Grey (Bergamotte schadet dem SCOBY)

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Kombucha selber machen: 10 einfache Schritte

SCOBY wird in süßen Tee eingesetzt für Kombucha Fermentation

Schritt 1: Wasser kochen

Bringe 2 Liter Wasser zum Kochen. Verwende gefiltertes Wasser oder lass Leitungswasser vorher 24 Stunden stehen, damit das Chlor verfliegt.

Schritt 2: Tee ziehen lassen

Gib 8-10g Schwarztee ins kochende Wasser. Lass den Tee 10-15 Minuten ziehen – länger als bei normalem Teegenuss, um mehr Nährstoffe zu extrahieren.

Schritt 3: Zucker einrühren

Entferne die Teeblätter und rühre 150-200g Zucker ein, bis er vollständig aufgelöst ist. Der Zucker ist Nahrung für den SCOBY – er wird während der Fermentation größtenteils abgebaut.

Schritt 4: Abkühlen lassen

Wichtig: Lass den süßen Tee auf Raumtemperatur (unter 30°C) abkühlen, bevor du den SCOBY hinzufügst. Zu heißer Tee tötet die Mikroorganismen ab!

Schritt 5: In Fermentationsgefäß umfüllen

Gieße den abgekühlten süßen Tee in dein Fermentationsgefäß. Das Gefäß sollte sauber, aber nicht mit Spülmittel gereinigt sein (Rückstände können den SCOBY schädigen).

Schritt 6: Starterflüssigkeit hinzufügen

Gib mindestens 100ml Starterflüssigkeit (fertigen, ungezuckerten Kombucha) hinzu. Diese säuert den Tee an und schützt vor Schimmel in den ersten Tagen.

Schritt 7: SCOBY einsetzen

Setze den SCOBY vorsichtig auf die Oberfläche. Er kann sinken, seitlich schwimmen oder oben bleiben – alles ist normal. Mit sauberen Händen arbeiten!

Schritt 8: Abdecken

Decke das Gefäß mit einem atmungsaktiven Tuch ab und fixiere es mit einem Gummiband. Der SCOBY braucht Luftaustausch, aber Schutz vor Fruchtfliegen und Staub.

Schritt 9: Fermentieren lassen

Stelle das Gefäß an einen warmen, dunklen Ort (20-28°C). Nicht im direkten Sonnenlicht und nicht bewegen!

7 Tage: Mild, süßlich, wenig Säure – für Einsteiger
10-14 Tage: Ausgewogen, leicht säuerlich – Standard
14-21 Tage: Sauer, wenig Restzucker – für Liebhaber
21+ Tage: Sehr sauer, Essig-ähnlich – als Kombucha-Essig verwendbar

Schritt 10: Abfüllen & genießen

Nimm den SCOBY (und die neue Schicht, die sich gebildet hat) heraus. Fülle den Kombucha in Flaschen ab. Bewahre 100-200ml als Starterflüssigkeit für den nächsten Ansatz auf!

„Die optimale Temperatur liegt bei 24-26°C. Bei kälteren Temperaturen fermentiert Kombucha langsamer, bei wärmeren schneller. Im Winter stellen wir unsere Gläser gerne in die Nähe des Kühlschranks – die Abwärme hält die Temperatur konstant."

— HeldenPilz Team

Zweitfermentation: Kohlensäure & Geschmack

Die Zweitfermentation (F2) ist der Schlüssel zu prickelndem Kombucha mit Geschmack. Dabei wird der fertige Kombucha in luftdichte Flaschen gefüllt, oft mit Fruchtzusätzen.

So geht's

  1. Fülle fertigen Kombucha in Bügelflaschen (ca. 90% voll)
  2. Gib Früchte, Saft oder Gewürze hinzu (ca. 10-20% des Volumens)
  3. Verschließe die Flaschen luftdicht
  4. Lass sie 2-4 Tage bei Raumtemperatur stehen
  5. Stelle sie danach in den Kühlschrank

⚠️ Vorsicht: Druckaufbau!

Bei der Zweitfermentation entsteht CO₂-Druck. Öffne die Flaschen täglich kurz ("Bürpen"), um Überdruck abzulassen. Verwende nur druckfeste Bügelflaschen – normale Glasflaschen können platzen!

Beliebte Geschmacksrichtungen

🍋 Ingwer-Zitrone: 1 cm Ingwer (gerieben) + Saft einer halben Zitrone
🫐 Beeren-Mix: Handvoll Blaubeeren, Himbeeren oder Erdbeeren
🍎 Apfel-Zimt: 50ml naturtrüber Apfelsaft + 1/4 TL Zimt
🌺 Hibiskus: 1 EL getrocknete Hibiskusblüten – intensive Farbe!

Mehr Rezepte findest du in unserem Artikel Kombucha Zweitfermentation: 25 Geschmacksrezepte.

Das SCOBY-Hotel: Pausen & Aufbewahren

SCOBY Hotel - Mehrere SCOBYs in einem Glas aufbewahren

Ein SCOBY-Hotel ist ein Aufbewahrungssystem für überschüssige SCOBYs und ermöglicht Fermentationspausen. So richtest du es ein:

  1. Nimm ein großes Glas (2-4 Liter)
  2. Fülle es mit fertigem Kombucha (Starterflüssigkeit)
  3. Lege deine SCOBYs übereinander ins Glas
  4. Decke es mit einem Tuch ab (nicht luftdicht!)
  5. Stelle es an einen kühlen, dunklen Ort (auch Kühlschrank möglich)

Aufbewahrungszeiten

  • Raumtemperatur: Alle 2-4 Wochen etwas süßen Tee nachfüttern
  • Kühlschrank: Bis zu 3 Monate ohne Pflege möglich
  • Reaktivierung: Nach langer Pause 1-2 Ansätze verwerfen

Troubleshooting: Häufige Fehler vermeiden

Gesunder SCOBY in Kombucha mit Hefesträngen

Problem 1: Ist das Schimmel?

Die häufigste Sorge bei Anfängern. So unterscheidest du:

✅ Normal: Neue SCOBY-Schicht (weiß, glatt, feucht), Hefestränge (braun, hängend), Bläschen
❌ Schimmel: Pelzig, trocken, grün/schwarz/blau, sitzt AUF dem SCOBY

Bei echtem Schimmel: Alles entsorgen (SCOBY + Flüssigkeit) und mit neuem SCOBY starten. Mehr dazu in unserem Schimmel-Erkennungsguide.

Problem 2: Keine Kohlensäure

Ursachen:

  • Flaschen nicht luftdicht verschlossen
  • Zu wenig Restzucker im Kombucha
  • Zu kurze Zweitfermentation
  • Zu kalt gelagert

Lösung: Druckfeste Bügelflaschen verwenden, etwas Zucker oder Fruchtsaft zur F2 hinzufügen, 3-5 Tage bei Raumtemperatur fermentieren.

Problem 3: Zu sauer

Ursache: Zu lange fermentiert oder zu warm.

Lösung: Kürzer fermentieren, kühleren Standort wählen, oder als Kombucha-Essig zum Kochen verwenden!

Problem 4: SCOBY sinkt/schwimmt seitlich

Diagnose: Völlig normal! Der SCOBY kann oben schwimmen, sinken oder seitlich treiben. Eine neue Schicht bildet sich immer an der Oberfläche.

FAQ: Häufig gestellte Fragen

Wie lange ist selbstgemachter Kombucha haltbar?

Im Kühlschrank hält sich Kombucha mehrere Monate. Er wird mit der Zeit saurer, aber verdirbt nicht. Bei Raumtemperatur fermentiert er weiter und wird schnell zu sauer.

Enthält Kombucha Alkohol?

Ja, aber nur geringe Mengen (0,5-2%). Das ist vergleichbar mit alkoholfreiem Bier. Bei normaler Fermentation bleibt der Alkoholgehalt unter der Grenze für alkoholfreie Getränke.

Kann ich Kombucha mit Honig statt Zucker machen?

Grundsätzlich ja, aber Honig enthält antibakterielle Substanzen, die den SCOBY langfristig schwächen können. Für reinen Honig-Kombucha gibt es spezielle Jun-Kulturen. Alternativ: 50% Zucker, 50% Honig als Kompromiss.

Wie viel Kombucha sollte ich täglich trinken?

Für Einsteiger: Beginne mit 100-200ml täglich und steigere langsam. Fortgeschrittene trinken oft 300-500ml am Tag. Zu viel auf einmal kann bei empfindlichen Personen zu Verdauungsbeschwerden führen.

Warum bildet sich eine neue SCOBY-Schicht?

Bei jeder Fermentation bildet sich an der Oberfläche eine neue Zellulose-Schicht – das ist die "Baby-SCOBY". Sie kann mit der Mutter-SCOBY verbunden bleiben oder abgetrennt werden. Beide sind vollwertige Kulturen.

Jetzt Kombucha selber machen!

Du hast jetzt alles Wissen, um deinen eigenen Kombucha zu brauen. Der Einstieg ist einfach – alles was du brauchst ist ein lebender SCOBY, süßer Tee und etwas Geduld.

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Hast du noch Fragen? Schreib uns an info@helden-pilz.de – wir helfen gerne!